Lufthansa: Rettung aus eigener Kraft nicht möglich ++ Sanofi: Gewinn zieht um fast 50 Prozent an ++ Uniper: Prognose bestätigt

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Ein „kleiner“ Fehler und ein Artikel der Financial Times haben die Anleger wieder aufgeschreckt. Nachdem die Hoffnungen auf ein wirksames Medikament und einem Impfstoff im kommenden Jahr zuletzt für steigende Kurse sorgten, herrscht jetzt wieder Verunsicherung an den Märkten.

Lufthansa: Rettung aus eigener Kraft nicht möglich ++ Sanofi: Gewinn zieht um fast 50 Prozent an ++ Uniper: Prognose bestätigt

Die „Financial Times“ vermeldete, dass es bei der Behandlung von Patienten in China mit dem Medikament Remdesivir von Gilead Sciences keine spürbaren Verbesserungen nach der Gabe des Mittels gegeben habe. Die Ergebnisse waren anscheinend unabsichtlich öffentlich geworden und sowohl Gilead als auch die Weltgesundheitsorganisation WHO versuchten Investoren und Öffentlichkeit zu beruhigen, was ihnen aber nicht gelang.

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VW-Chef spricht sich für langsames Hochfahren der Wirtschaft aus

Herbert Diess hat sich dafür ausgesprochen, die Wirtschaft in Deutschland nach dem flächendeckenden „Lockdown“ behutsam wieder hochzufahren. Allzu lange abwarten dürfe man dabei nicht, sagte der Manager am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“. „Sicher können wir noch durchhalten“, meinte Diess zu einem Zeitraum von einigen Wochen. „Aber jetzt geht es darum, das System wieder in Gang zu bringen.“

Er sei überzeugt, dass es gelingen könne, die Produktionsprozesse neu anzuschieben und gleichzeitig das Virus unter Kontrolle zu halten. Über eine längere Zeit sei ein Stillstand schwierig. „Wir können in Deutschland stolz auf das sein, was wir erreicht haben“, sagte Diess in der Talkrunde, an der auch der Bonner Virologe Hendrik Streeck teilnahm. Nun müsse man aber „die Wirtschaft wieder in Gang bringen“.

Trump haut mal wieder einen raus!

Auf die Frage eines Journalisten, bis wann sich die US-Wirtschaft den Ökonomen der Regierung zufolge wieder stabilisieren würde sagte der US-Präsident: „Ich kenne mich gut aus mit Ökonomen. Und die Antwort ist: Sie haben keine Ahnung. Ich kenne mich so gut aus wie jeder andere. Und ich denke, unsere Wirtschaft wird anfangen, sich sehr deutlich zu erholen, sobald die Bundesstaaten wieder öffnen.“

Dax taucht ab

Der Dax hat nach zwei Gewinntagen in Folge wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Im frühen Handel am Freitag fiel der deutsche Leitindex um 1,44 Prozent auf 10 362,45 Punkte. Auf Wochensicht deutet sich damit ein Abschlag von rund 2,5 Prozent an.

Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es am Freitag um 1,24 Prozent auf 22 227,22 Punkte nach unten. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone verlor 1,3 Prozent.

Lufthansa: Situation ist angespannt

Die Kranich Airline kann sich nicht mehr aus eigener Kraft aus der Corona-Krise retten. Diese Einschätzung veröffentlichte der Dax-Konzern am Donnerstag, nachdem er für das erste Quartal einen operativen Verlust von 1,2 Milliarden Euro vermeldet hatte. Für das laufende zweite Quartal werde ein noch deutlich höheres Minus erwartet, teilte das Unternehmen in Frankfurt mit. Es sei momentan nicht absehbar, wann der Flugbetrieb wieder ausgeweitet werden könne.

Aktuell verfüge Lufthansa nach erneuten Kreditaufnahmen insgesamt über 4,4 Milliarden Euro flüssige Mittel, die allerdings in den „nächsten Wochen“ deutlich zurückgehen werden, hieß es weiter. „Der Konzern rechnet nicht damit, den entstehenden Kapitalbedarf mit weiteren Mittelaufnahmen am Markt decken zu können.“

Lufthansa steckt den Angaben zufolge daher „in intensiven Verhandlungen“ mit den Regierungen der Airline-Heimatländer Deutschland, Schweiz, Österreich und Belgien. Es geht um verschiedene Finanzierungsinstrumente, um kurzfristig die Zahlungsfähigkeit zu erhalten. Neben Bürgschaften, Krediten und stillen Beteiligungen wird auch über direkte Staatsbeteiligungen diskutiert. Die Gespräche dauerten an. Der Lufthansa-Vorstand zeigte sich zuversichtlich, zu einem erfolgreichen Abschluss zu kommen.

Europas größter Luftverkehrskonzern hat allein im März knapp 1,4 Milliarden Euro Umsatz verloren, hieß es in einer Pflichtmitteilung an die Börse. Im gesamten Quartal lagen die Erlöse mit 6,4 Milliarden Euro damit in ähnlicher Größenordnung unter dem Vorjahreswert von 7,8 Milliarden Euro. Den operativen Verlust (bereinigtes Ebit) bezifferte das Unternehmen auf 1,2 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatte der Verlust in dem traditionell schwachen Quartal zu Jahresbeginn noch 336 Millionen Euro betragen. Zusätzlich werden nun ungünstige Treibstoffverträge und Wertminderungen der Flugzeuge auf den Gewinn drücken. Details dazu will Lufthansa Mitte Mai veröffentlichen.

Ryanair-Chef Michael O’Leary warf der Lufthansa vor, die Corona-Krise zu missbrauchen. „Ich denke, dass Fluggesellschaften wie Lufthansa und Air France die Covid-Krise nutzen, um sich mit unglaublich hohen Summen vom Staat zu bereichern“, sagte der stets meinungsstarke Airline-Manager dem „Handelsblatt“ (Freitag). Für sein eigenes Unternehmen schloss O’Leary Staatshilfen aus, weil man über ausreichende Bargeldreserven verfüge. Ryanair werde wahrscheinlich deutlich länger als jede andere Airline überleben, behauptete er.

Sanofi: Gewinn zieht kräftig an

Der Pharmakonzern Sanofi hat zum Jahresstart wegen der Coronavirus-Pandemie, aber auch wegen seinem Erfolgsmedikament Dupixent gegen Hauterkrankungen und Asthma mehr Umsatz und Gewinn gemacht als erwartet. Die Erlöse legten im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um rund 7 Prozent auf 8,973 Milliarden Euro zu, wie der Konzern am Freitag in Paris mitteilte. Das um diverse Faktoren bereinigte Ergebnis je Aktie stieg ohne Wechselkurseffekte um fast 16 Prozent auf 1,63 Euro. Der Gewinn unterm Strich legte um 48 Prozent auf 1,683 Milliarden Euro zu.

Etwa die Hälfte des Wachstums sei mit der Erhöhung von Lagerbeständen im Zuge der Covid-19-Krise zu erklären, hieß es. Im zweiten Quartal dürfte die Lage aber anders aussehen, wodurch sich die positiven Effekte der Krise im ersten Quartal wieder rausrechnen dürften. Die Ziele für das laufende Jahr bestätigte das Unternehmen dennoch. So soll das bereinigte Ergebnis je Aktie weiter um rund 5 Prozent zulegen, wenn es nicht zu größeren unvorhergesehenen Ereignissen kommt.

Kurz & knapp:

Intel: Der Chip-Riese ist bisher ein Gewinner der Corona-Krise: Die Nachfrage nach Technik für Rechenzentren und Laptops für Heimarbeit bescherte dem US-Konzern schnelles Wachstum und mehr Gewinn. Doch für das zweite Halbjahr befürchtet Intel schlechtere Geschäfte durch einen Sparkurs von Unternehmen und Behörden. „Ab irgendeinem Punkt werden uns die Auswirkungen der Rezession treffen“, warnte Firmenchef Bob Swan. Insgesamt stieg der Konzernumsatz im ersten Quartal um 23 Prozent auf 19,8 Milliarden Dollar. Beim Gewinn gab es ein Plus von 42 Prozent auf 5,7 Milliarden Dollar. Die Anleger ließen unterdessen die Aktie im nachbörslichen Handel zeitweise um mehr als fünf Prozent fallen, nachdem die Ergebnisprognose für das laufende Quartal unter den Erwartungen ausfiel. Intel wagte keine neue Jahresvorhersage, nachdem die erste wegen der Corona-Krise gestrichen worden war.

Nestle: Der Schweizer Lebensmittelkonzern hat im ersten Quartal von den Hamsterkäufen infolge der Corona-Pandemie profitiert. In den ersten drei Monaten fiel das Wachstum höher aus, als Experten erwartet hatten. Allerdings zehrte der Anstieg des Schweizer Franken die Zuwächse in der Bilanz komplett auf. Zudem wirkten sich die Verkäufe von Sparten aus, so dass der Umsatz zurückging. Der Erlös sank im Vergleich zum Vorjahr um 6,2 Prozent auf 20,8 Milliarden Schweizer Franken (rund 20 Milliarden Euro), wie das an der Börse wertvollste europäische Unternehmen am Freitag in Vevey mitteilte. Das organische Wachstum – also ohne Währungs- und Verkaufseffekte – habe 4,3 Prozent betragen. Die von Bloomberg befragten Experten hatten mit einem Anstieg von drei Prozent gerechnet.

Air Liquide: Der französische Gasehersteller hat sein Geschäft im ersten Quartal trotz der Corona-Krise leicht ausgeweitet. Auf vergleichbarer Basis, bereinigt um Schwankungen von Währungskursen und Energiepreisen, legten die Erlöse um 0,6 Prozent auf knapp 5,4 Milliarden Euro zu, wie der Konkurrent des deutschen Anbieters Linde am Freitag in Paris mitteilte. Auf berichteter Basis ging der Umsatz hingegen um 1,3 Prozent zurück. Auch wenn die Krise im zweiten Quartal voraussichtlich noch heftiger werde, hält Unternehmenschef Benoît Potier an dem Ziel fest, die operative Marge in diesem Jahr zu steigern und – stabile Währungskurse vorausgesetzt – den Nettogewinn etwa auf Höhe des Vorjahresniveaus zu halten.

Uniper: Der Energiekonzern hat am Donnerstagabend für diese Zeiten ungewöhnliches vermeldet: Man halte an dem Jahresausblick „auch unter den aktuellen Marktbedingungen weiterhin vollumfänglich fest“, teilte das Unternahmen am Donnerstagabend in Düsseldorf mit. Zahlreiche Firmen haben sich hingegen in den letzten Wochen von ihren Prognosen für 2020 verabschiedet. Die Börse spendete denn auch Beifall. Der Aktienkurs von Uniper legte auf der Handelsplattform Tradegate in einer ersten Reaktion um zwei Prozent zu. Im ersten Quartal sei das bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen von 185 Millionen Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum auf 650 Millionen Euro nach oben gesprungen, teilte das Unternehmen weiter mit. Das bereinigte Nettoergebnis stieg von 117 auf 500 Millionen Euro. Das gesamt Zahlenwerk soll weiterhin am 7. Mai veröffentlicht werden.

Signify: Der Lichtkonzern zieht seine Prognose für das laufende Jahr wegen der hohen Unsicherheiten durch die Corona-Krise zurück. Er sähe sich momentan nicht in der Lage, einen Ausblick zu geben, teilte Signify mit. Zudem zieht die ehemalige Philips-Tochter den Dividendenvorschlag zurück. Im ersten Quartal bekam Signify die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie bereits zu spüren. Der Umsatz ging um 3,5 Prozent auf rund 1,43 Milliarden Euro zurück. Auf vergleichbarer Basis – also um Zu- und Verkäufe sowie Währungseffekte bereinigt – sackten die Erlöse um 15,3 Prozent ab. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebita) sank um 2,3 Prozent auf 112 Millionen Euro. Unter dem Strich brach der Nettogewinn um fast 40 Prozent auf 27 Millionen Euro ein.

Redaktion onvista / dpa-AFX

Foto: Tupungato/shutterstock.com

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