Das Credo von US-Präsident Joe Bidens Konjunkturplänen – „Nicht kleckern, sondern klotzen!“

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Das Credo von US-Präsident Joe Bidens Konjunkturplänen – „Nicht kleckern, sondern klotzen!“

Einen ersten Einblick in die konkreten Pläne gab am Dienstag die ehemalige Fed-Präsidentin und designierte Finanzministerin Janet Yellen bei einer Anhörung zu ihrer Amtsnominierung vor dem Senat. Demnach sei das geplante Konjunkturpaket im Volumen von 1,9 Billionen Dollar dringend nötig, um langfristige Schäden von der Wirtschaft abzuwenden. Im Hinblick auf die hohe Verschuldung der USA sei es aufgrund der rekordtiefen Zinsen das Schlaueste, mit Nachdruck zu handeln. Yellen will vor diesem Hintergrund sogar die Emission von Staatsanleihen mit 50-jähriger Laufzeit prüfen, um das historisch niedrige Zinsniveau langfristig zu nutzen.

„Going big!“ ist also die Devise der zukünftigen US-Finanzministerin. Die Bestätigung Yellens vor dem Senat dürfte nur eine Formalie sein, können die Demokraten doch seit Mittwoch nun auch hier auf eine Mehrheit setzen, während das bisher nur im Repräsentantenhaus der Fall war. Aber Yellen dürfte auch bei vielen Republikanern Rückhalt haben, wurde ihre Einsetzung als Fed-Präsidentin im Januar 2014 doch auch durch viele Stimmen von republikanischen Senatoren bestätigt.

Der neuen Regierung um Joe Biden bleibt kaum etwas anderes übrig, als auf das Gaspedal zu treten. Die USA sind schwer gebeutelt von der Corona-Pandemie, 10,7 Mio. Arbeitslosen, rekordhohen Staatsschulden und kaum mehr vorhandenem Spielraum für die Notenbank Fed. Das 1,9 Billionen Dollar schwere Stimuluspaket soll da nur der Anfang sein. Bereits im Februar will man über konkrete Infrastrukturmaßnahmen entscheiden.

Den vielfach erwarteten deutlichen Steuererhöhungen hat Biden dagegen bereits eine Absage erteilt. Geplant ist lediglich eine leichte Anhebung der Unternehmenssteuern von derzeit 21 % auf 28 %, was aber immer noch unter den 35 % läge, die vor Trumps Steuerreform galten.

Klima- und Umweltschutz werden ein wichtiger Schwerpunkt der Biden-Regierung sein, der sich auch an der Börse nutzen lässt. Der Gesamteffekt dieser Politik auf die US-Wirtschaft wird eher neutral sein, werden doch die Verluste in „schmutzigen“ Bereichen wie z. B. der Ölbranche durch Gewinne in umweltfreundlichen Industrien kompensiert. Letztere sind natürlich per saldo die klaren Gewinner. Das spiegelt sich auch in der Kursentwicklung entsprechender Aktien wider. So hat sich der „Nasdaq Clean Edge Clean Energy“-Index selbst nach dem Ausbügeln der „Corona-Delle“ nochmal verdreifacht. Aber das wird noch längst nicht das Ende der Fahnenstange gewesen sein. Aktien aus dem Bereich erneuerbare Energien und anderen umweltfreundlichen Technologien werden auch weiterhin Trumpf bleiben.

Die „Blue Wave“ wird nicht nur dem US-Aktienmarkt zu einer nachhaltig positiven Grundstimmung verhelfen, sondern auch weltweit wie ein Rückenwind auf die Märkte wirken. Das gilt es als Anleger zu nutzen, insbesondere weil bei Festverzinslichen auch weiterhin nichts zu holen ist. Aktien bleiben also bis auf Weiteres ohne Alternative für diejenigen Anleger, die ihr Kapital nicht nur bloß bewahren, sondern auch mehren wollen. Vorübergehend schwache Phasen bleiben also Kaufgelegenheiten.

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Oliver Kantimm / Der Aktionärsbrief

Foto:  Stratos Brilakis / Shutterstock.com

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